Familie 1914
MENDLE Joseph Hoffaktor
* belegt 1710
† 1773
Quelle Sterbedaten: 
Heinrich Schnee: Die Hoffinanz und der moderne Staat, Vierter Band, Berlin 1963 (Seite 195)
Heinrich Schnee: Die Hoffinanz und der moderne Staat, Vierter Band, Ber
lin 1963 (Seite 195): "Joseph Mändle, gestorben 1773, der nach den Anga
ben seines Schwiegersohnes Lazarus Neuburger über 40 Jahre als Hoffakto
r gedient hat und vor allem Münzliefernat gewesen ist. Rosina, Witwe de
s 1787 verstorbenen Hoffaktors Joseph Moses Mändle, bat 1795 den Kurfür
sten um eine Pension, da sie sich mit ihren sechs Kindeern in schlechte
r Lage befinde; ihr Heiratsgut hatte immerhin 7500 fl betragen. Das Ges
uch wurde am 5. Januar 1795 abgelehnt mit der Begründung, daß es ganz u
ngewöhnlich sei, daß eine Hoffaktorenwitwe um eine Pension einkomme. Jo
seph Moses Mändle selber hatte 1782 um die Ernennung zum Kammeragenten
mit Besoldung als Entschädigung für ohne sein Verschulden ihm abgenomme
ne Pferdelieferungen gebeten, sie war jedoch abgelehnt worden, und am 1
1 Mai 1785 war erneut entschieden worden, das Gesuch beruhen zu lassen;
 denn inzwischen waren an die Stelle der Mändle andere Konkurrenten get
reten. Klarheit über die Familienbeziehnungen ist ans den Akten nicht z
u gewinnen."




"Nachdem es aber schon im Vorfeld Ärger mit den anderen Lehensherrn gab
, gab das Oberamt vor, dass es sich um ein neues Zollhaus handeln würde
. In Wirklichkeit hatte der Schutzjude Lazarus Günzburger das Geld für
den Bau bereits vorgeschossen. Wie das âÇžneue ZollhausâÇœ dann fertig
war, zog Lazarus Günzburger in das von ihm finanzierte Haus ein. Der Zö
llner blieb in seinem Söldehaus. <strong>1708</strong> bezogen der Schu
tzjude Joseph Mendle, Aaron Lewi aus Kriegshaber und Moses Levi von Ste
ppach dieses Haus mit der Auflage, es zu räumern, falls es einmal als Z
oll- oder Amtshaus benötigt werde. Den Schutzjuden gestattete man ferne
r in Anbetracht ihres umfangreichen Pferdehandels hinter dem Amtsgebäud
e an Stelle des von den Franzosen im Spanischen Erbfolgekrieges ruinier
ten Stadels einen Stall zu bauen. [Dieses Haus steht heute nicht mehr,
es stand westlich des heutigen Zollhauses, wo heute der Eingangsbereich
 für die Volksschule ist.]
Als <strong>1729</strong> wegen schlechten baulichen Zustandes dieses â
ÇžAmtshausâÇœ einstürzte, wurde daneben ein Neubau errichtet, das Gebäu
de, das noch heute steht. Im Oberstock zierte ein österreichischer Dopp
eladler, so wie es auch heute noch im Nebenzimmer des Marstallerhofes s
o eine Decke gibt. Leider wurde der Deckenschmuck im Zollhaus bei Einzi
ehen einer Zwischenwand um 1900 zerstört."
(Quelle: Dürrwanger)


Pass für Joseph Mändle ausgestellt von Kurfürst Max Emanuel von Bayern
(1721)

âÇžVon Gottes Gnaden Wür Maximilian Emanuel in Ober- und Niederbaiern,
auch der Oberen Pfalz Herzog, Pfalzgraf bey Rhein, des heil. Römischen
Reiches Erztruchseß und Churfürst, Landgraf zu Leuchtenberg x x x entbi
eten allen u. jeden hoch u. nidren Standts Persohnen, Kriegsoffizieren
u. deren Untergebene zu Pferdt u. Fuß, dann denen Obrigkeiten u , Inwoh
nern außer Landts, wie nit weniger Unseren Hofrat- Prosidenten, Stattha
ltern, Vicedomen, Canzlern, Rentmeistern, dann anderen Unseren Hoff- vn
d Regierungs- Räthen, Item Pflegern, Castnern, vnd übrig Unseren Gerich
ts- Mautt- vnd Zohl Beamten, auch Insässen u. Unteren, nit weniger dene
n Hoff Marchs Inhabern u. deren aufgestellten Verwaltern, dann denen bü
rgerlichen Obrigkeiten u. deren Untergegenen, denen diser Unser Offen P
aß zu lesen vorkommt, Unsern Gruß u. Gnad zuvor u. geben Ihnen hiermit
zu vernehmen, wasmaßen Wir ainige Jahr hero von Unserm Pferdt Liferante
n Josephen Mändl  Juden von Grießhaber et Cons. sowohl bey Unsern Hoff
Marstall als auch Unsern Ministern
u. Hoff Cacalieren mit Lieferung der Pferdten, wie auch anderen ihnen G
nädigst anbefolchenen Diensten ieder Zeit Gnädigst contento gehabt, dur
ch denselben auch in das Künftige der gleichen beyschaffen lassen, inte
ntioniert seynt, mithin selbe berührt Unsere Landen zu Bairen, sonderba
hr aber Unsere Haubt vnd Residenz Statt München mit derogleichen u. wei
ters bevorstehend Negotien passieren u. sich verschiedentlich herinnen
auf halten müssen. Deswegen ist an die auswärttig Hoch- u. niedren Stan
dts Persohnen, Kriegsoffiziere u. dera Unterthanen, wie auch dero Obrig
keiten u. Inwohnern Unser Gesünnen hiemit, Ihne Josephen Mändl et Cons.
 oder aber wer von ihrentwegen disen Paß vorweisen würdet, zu Wasser u.
 zu Landt, mit denen bey sich habenden
Pferden, nit allein Pass- u. repassieren zu lassen, u. keinen Einhalt z
u erzeigen, sondern auch allen befördersamen willen zu erweisen, nit we
niger Ihnen die sonst ein- u. andern Orths
zuraichen angesetzte Mautt- Zohl- Accis- dann das Glaitt- u. Leib- Geld
t guttwillig nachzusechen u. Sie also ohne deren Entrichtung durchpassi
eren zu lassen. Unsern Hoffrat Prosidenten,
Statthaltern, Vicedomen, Canzlern, Rentmeistern, dann auch Unsern Hoff-
 u. Regierungs Räthen, Item Pflegern, Castnern, u. übrigen Unsern Geric
hts- Mautt- u. Zohl Beamten auch Insassen u. Unterthanen, nit weniger d
enen Hoff Marchs Inhabern u. deren aufgestellten Verwaltern, dann denen
 bürgerlichen Obrigkeiten u. dero Untergebenen aber befelchen Wir gnädi
gst, daß sie gedachten Mändl et Cons. nit nur Keinen Einhalt erzaigen,
sondern auch selbe, oder wer disen Paß Ihretwegen vorweisen würdet, mit
 denen bey sich habenden Leüthen, u. Pferdten sonderbahr alhier in Münc
hen , als woselbst Sye Ihre mehriste
Negotien haben, bey Vermeidung Unserer ungnad u. Straff ungehindert u.
unaufgehalten ein: u. darinnen in Ihren Verrichtungen u. Handelsschafft
en , sowohl mit Pferdt als anderen Negotien ungekränkhter, nit weniger
dieselbe aller Orthen zu Wasser u. Landt sicher u. unaufgehalten Mautt:
 Zohl: dann glaitt u. leibgeldt frey pass: u. repassieren zu lassen, au
ch denenseIben in anderweg an handt zu gehen u. kein widriges zu versta
lten, sondern selbe iedesmahl zu schützen u. zu schirmen, Gleich wie Wi
r Uns von denen Auswärtigen hierdurch absonderlich denen Reichs Stätten
 Augspurg u. Nürnberg ein sonders gefallen gesrhihet; also auch werden
von Uns auf Begebenheiten, gegen
Standtsgebühr nach, in anderweg zu reciprociren geflüssen seyn , die Un
srige aber vollziehen hieran Unsern Gnädigsten willen u. befelch. Geben
 unter Unserm vorgedruckten Churfürstl. Secrete, in Unserer Haubt- u. R
esidenz Statt München den vierten Monathstag 7 bris : Im ain Tausend si
ebenhundert ain und zwanziqisten Jahr.

Ex Comissione Ser ii Domi
Ducis Electoris."

Quelle: zitiert nach Louis Dürrwanger

oo 
NN(MENDLE) Rosina
Quelle Geburtsdaten: 
Heinrich Schnee: Die Hoffinanz und der moderne Staat, Vierter Band, Berlin 1963 (Seite 195)
Vermutlich war die Frau Rosine eine Tochter von Lazarus Günzburger, wei
l Josef Mendle nach Lazarus Günzburger in das alte Zollhaus eingezogen
ist. Das neue, heute noch stehende Zollhaus, wurde von Dossenberger 177
8 erbaut. Das alte Zollhaus (vermutlich erste Zollhaus von Kriegshaber,
 (zuvor gab es ein Zollhaus in Steppach) stürzte 1729 ein. Dabei handel
te es sich vermutlich um den Vorvorgängerbau des heute stehenden Zollha
uses. Dieser erste Bau stand nach Quellen an der heutigen Gieseckestraß
e. Der zweite Zollhausbau stand auf dem heutigen Schulhof, vermutlich w
estlich des heutigen Zollhauses.

<a href="http://www.wember.info/kriegshaber/Quellen/KriegshaberZollhaus
.htm">Quelle Dürrwanger zum Zollhaus</a>

<a href="https://www.augsburgwiki.de/index.php/AugsburgWiki/ZollhausKri
egshaber">siehe auch diese Quelle</a>
Kommentar zur Aussage, dass zeitlich vor dem jetzigen Zollhaus 450 Jahr
e in der Nähe ein anderes Zollhaus stand:
Urkundlich ist der erste Jude 1570 nach Kriegshaber gekommen. Vermutlic
h zur selben Zeit kamen Schutzjuden nach Steppach, auch ein Jude ist um
 1568 in Oberhausen urkundlich erwähnt, der aber bald vertrieben wurde.
 Nach meiner Meinung kann die Zahl 450 Jahre nicht stimmen, wenn sich d
as auf das Zollhaus an der  heutigen Gieseckestraße beziehen soll. Wann
 das Zollhaus in Steppach errichtet wurde, weiß ich nicht.


1. Mendle Abraham * genannt 1732-1767
oo , NN(Mendle) NN > 1913
2. Mendle Tochter *  <.1741
oo , Neuburger Lazarus > 2095
3. Mendle Moses *  <.1741
Das Haus in Kriegshaber wurde im österreichischen Erbfolgekrieg 1741 ze
rstört. Deshalb bewohnte Abraham Mändle mit seinem Bruder Moses 1741 da
s Gebäude D 30 in der Philippine-Welser-Straße, wo sie sogar eine provi
sorische Synagoge mit âÇžWandlauchter u. BiecherstäbenâÇœ (Wandleuchter
 und Bücherregale) einrichteten.



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Alle Ehefrauen, deren Eltern nicht angegeben sind

Stand : 18.02.2021
Erstellt mit PC-AHNEN 2021