Louis Dürrwanger Der Kurbayerische Hoffaktor Abraham Mendle aus Kriegsh
aber:
".., Auch zur Kaierkrönung des Kurfürsten Karl Albrecht [von Bayern] ha
tte er das gesamte Pferdematerial nach Frankfurt zu besorgen und 1741 f
ür ein neu eingerichtetes Prager Regiment 800 Pferde im In- und Ausland
aufzukaufen." ...
weitere Pferdeliefernungen 1741-1744: "7857 Pferde, was bei einem Stück
preis von 105 bzw. 80 Gulden eine Kaufsumme von 700 000 Gulden ergab."
... "Die Geschäftsbeziehungen blieb zunächst noch mit dem Hoffaktor Mos
es Mendle [vermutlich der Sohn von Abraham] weiterbestehen." Um 1771/75
starb wohl Moses Mändle." Um diese Zeit [Anfang der Regierungszeit von
Max Joseph III. von Bayern]
1708 zog in das Zollhaus der Schutzjude Joseph Mendle und Aaron Lewi au
s Kriegshaber und Moses Levi von Steppach in dieses Haus ein mit der Au
flage, es zu räumen, falls es einmal als ein Zoll- oder Amtshaus benöti
gt werden sollte. Den Schutzjuden gestattete man ferner in Anbetracht i
hres umfangreichen Pferdehandels hinter dem Amtsgebäude an Stelle des v
on den Franzosen im Spanischen Erbfolgekrieges ruinierten Stadels einen
Stall zu bauen.
Als 1729 wegen schlechten baulichen Zustandes dieses âÇžAmtshausâÇœ ein
stürzte, wurde daneben ein Neubau errichtet, das Gebäude, das noch heut
e steht.
Der Pferdehändler, der 1732 90 Pferde an die bayerische Armee geliefert
hatte, kam nun ganz groß ins Geschäft und zwar 2146 Pferde für Kürassi
er-Regimenter, 4081 für Dragoner-Regimenter, 1520 Pferde für Artillerie
-Regimenter und schließlich noch bescheidene 110 Pferde für den Grenzsc
hutz und die Freikompanie. Insgesamt waren das 7857 Pferde, was einer K
aufsumme von 700 000 Gulden entsprach, eine unwahrscheinlich hohe Summe
(das entspricht wohl heute vielen Zehn-Millionen von Euro). Daneben li
eferte er âÇžBrot und FourageâÇœ, Zelte, Patronentaschen, Bayonettkuppe
ln, Flintenriemen und Kollern [Brusttücher], so wie es aussieht, alles,
was man zum Krieg so braucht. Er war nicht nur Lieferant für Karl Albr
echt (Kaiser Karl VII). sondern noch Unternehmer für Karl Albrechts Soh
n Max III. Joseph, der an sich gar nichts von Kriegen wissen wollte, ha
tte er noch genug Schulden von seinem Vater und Großvater abzutragen. A
ber es war ja immer noch Krieg, mittlerweile war es der 7-jährige Krieg
zwischen Preußen und dem Reich (und natürlich Österreich).
Die Beerdigung war aber dann wieder spektakulär, wurde doch seine Leich
e von Soldaten begleitet nach Kriegshaber überführt. Das kurfürstliche
Protokoll vom <strong>06-Jan-1767</strong> besagt dazu, dass âÇžder Män
dl Abraham von Grieshaber, Hoffaktor und Pferdelieferant, allhiro verst
orben u. Wir im Verfolg der von Unser höchsten Stelle unterm 03-Apr-173
9 erfolgen .... Spezial Resolution gnädigst wollen, dass auch sein Körp
er nebst denen dazu gehörigen Leuten frey franco u. ungehindert durch U
nser Landt hinauspassieret u. zur Begleitung bis zur Jüdischen Grabstat
t nachher Grieshaber auf der Juden Unkösten, jedoch ohne Bezeigung äuss
erlicher Ceremonien 2 Mann von Unserem Leib-Regiment mitgeben werden so
llten ...âÇœ
Das Haus in Kriegshaber wurde im österreichischen Erbfolgekrieg 1741 ze
rstört. Deshalb bewohnte Abraham Mändle mit seinem Bruder Moses <strong
>1741</strong> das Gebäude D 30 in der Philippine-Welser-Straße, wo sie
sogar eine provisorische Synagoge mit âÇžWandlauchter u. Biecherstäben
âÇœ (Wandleuchter und Bücherregale) einrichteten.